Deutsch / English

RaceRock - Der Plan

Am Anfang war das Gefühl.
Ein kleines Gamepad, mit dem ein stetes Lenken im Karussell des Nürburgringes oder auf dem Dakota Tri Oval nahezu unmöglich war.
Keine Kurve blieb ohne Ecken und Kanten und Rundenzeiten verbesserten sich nur marginal.
Also musste ein Racing Wheel her.
Da es hier ja maßgeblich um RaceRock geht, lass´ ich diesen Hürdenlauf mal aussen vor,
für die XBox 360 gab es eh zu wenig Auswahl, so entschied ich mich für das Microsoft Wheel.

Mit dem Lenkrad wurde es dramatisch besser, aber auf Ebisu, Laguna Seca oder in den Straßen von London, St. Petersburg oder Italien merkte ich schnell, wie ich das Lenkrad stets in der Hand hatte...allerdings ohne Tisch!
An einem viel zu tiefen Wohnzimmertisch befestigt, holte ich mir auch regelmäßig Hexenschuss und Kopfschmerzen.
Die Pedale rutschten auf dem Boden herum und im Nachhinein war das Fahren mit einem Pad doch angenehmer.
Zum ersten Mal ergriff das Interesse auch meine Freundin, die sich später vom Racen nicht mehr losreissen konnte, aber auch sie merkte, daß das so nicht weiter geht.

Wireframe

Ein Sitz musste her!
"Welch Spinnerei", dachte ich mir, wollte ich mir so ein hässliches Gestell aus Metall doch nicht ins Wohzimmer stellen.
Wir probierten viele Sitze aus, recherchierten und sortierten, schauten uns YouTube Videos an,
durchforsteten die Racinggame- und Sim-Foren und fanden Eigenbauten, die wenn nicht unbedingt schön anzusehen, zumindest den einen Zweck wohl maßgeblich erfüllten:
Man konnte mit ihnen racen.

Iterativ starte ich also "stage two" , stieg weiter in die Materie ein und verglich die am Markt befindlichen, vermeintlichen Profi-Sitze!
Die Preisspanne zog sich von 160 € bis hin zu 1.500 €, das visuelle Erscheinungsbild von erschreckend bis stylisch, die Qualität von zweckmässig, oder überteuert bis hin zu dilletantisch.

Die bestellten Sitze wurden aus- und direkt wieder eingepackt und zurück gesendet, so schockiert waren wir von deren Qualität und Stabilität.

Verschraubungen mit viel zu langen Schrauben, Auslegern, die wackelten wie Lämmerschwänze, Schweisspickeln auf dem Rig, so daß man teilweise Rohre nicht ineinanderschieben konnte und verkratzte Rohre, wenn man es schaffte, diese doch ineinander zu schieben.
Der mechanischen und optischen Fehler waren es viel...sehr viel mehr und als Industrie- und Flugzeugmechaniker kann ich sagen:
Nach meinen Recherchen gibt es nur einen Sitz, der wirklich adäquat ist, sein Preis liegt aber auch bei ca. 700 €.

Diese Summe war ich nicht bereit zu investieren und das Gejammer von meiner Freundin und dem "Schrei nach Sitz" war ich leid, also entschied ich mich zum Eigenbau.

So begab ich mich in "stage three" und recherchierte die Materialien, deren Verbindungen und Gewichte, sowie Stabilität und äusseres Erscheinungsbild.
Verschiedenste Konstruktionen baute ich in 3D nach und konstruierte mir nach und nach den ersten Sitz, musste im Zuge dessen aber auch feststellen, daß sich eigentlich nur ein Material für die Herstellung eignet, denn Rohre ineinander zu stecken oder mir geschweisste Rigs ins Wohnzimmer zu stellen, kam für mich nicht in Frage.

Weiterhin wollte ich keinen Fake-Sportsitz, es sollte schon ein richtiger sein, einer, der sich auch nach vorn und hinten verschieben und bei dem sich die Rückenlehne verstellen lässt.

Ich konstruierte eine geeignete Verbindung zwischen Sitz und Rig, denn das ganze sollte auch gewichtstechnisch im Rahmen, aber dennoch extrem stabil bleiben.

Beim MK1 überlegte ich, ob es notwendig wäre, das Lenkrad höhenverstellen zu können und entschied mich der Kosten und des Gewichts wegen, dagegen, da auch nicht vorgesehen war, dass mehrere Personen mit unterschiedlichen Bedürfnissen in diesem Sitz Platz nehmen.
Generell: Je mehr Verbindungen - diese ggf. noch verstellbar - , umso mehr Instabilität, der man mit mehr Material wiederum entgegenwirken muss.

Weiterhin entschied ich mich, auf die Standardverbindung des Racing Wheels zu verzichten und verschraubte das Lenkrad direkt mit dem mittig angebrachten Ausleger (Achtung: u.U. Garantieverlust!)

Das Pedalset beim MK1_v1 braucht keine Neigung, denn flach auf den Boden oder das Rig gelegt oder geschraubt, haben die Pedalen einen sehr guten Winkel (in Abhängigkeit zu meiner Sitzhöhe)

Cup;)- und Gearshift-Holder sind beim MK1 ebenfalls nicht zu finden, werden aber nachträglich hinzugefügt, sollte ich mich dazu entschließen, 400 € für das Fanatec Porsche Wheel auszugeben
oder jemals in den Besitz eines Logitech G25 zu gelangen.

Der Sportsitz ist mit Force Feedback und einem Bassverstärker ausgestattet, welcher mit der Stereoanlage verbunden ist oder auch an den Line-Out des PCs angeschlossen werden kann.
Das Feeling ist...tja...man muss es spüren...absolutely rockin´!

Der MK1_v1 ist in seiner jetzigen Version ein - wie ich finde - sehr chiques Racing-Accessoire und absolut stabiles Sim-Racing Equipment für überschaubares Geld, zudem speziell auf die eigenen Bedürfnisse angepasst und komplett erweiterbar.
Die Verbindungen sind solide und halten stärkstem Force Feedback stand, der Ausleger für das Lenkrad trägt locker meine 85 KG und der Sitz ist gemütlich und gut einzustellen.

Derzeit arbeite ich an der Version 2, welche einen anderen Lenkradausleger bekommt, der zudem höhenverstellbar ist.
Weiterhin soll der MK1_v2 etwas mobiler werden, damit er ggf. auch mal in den Raum nebenan gerollt oder geschoben werden kann.

Der Editionen wird es mehrere geben, so eine "Black Edition" und den "MK2 Evolution", mehr dazu aber mehr unter "Die Editionen"

Jeder Sitz wird in Handarbeit und nur auf Anfrage speziell für den Interessenten, seine Maße und Bedürfnisse angefertigt, oder man erwirbt den "Common Seat" (MK1_v1), welcher auch der günstigste RaceRock ist.

Und natürlich sind die RaceRocks mit JEDEM am Markt befindlichen Racing Wheel und Spielesystem kompatibel, wenn´s also eine XBox 360-, PS3- oder PC-Halterung sein darf?
"...was noch nicht passt, wird passend gemacht...!" ;)